Tanzstile kurz erklärt

Salsa ist nicht gleich Salsa, Bachata nicht gleich Bachata: Hinter einem Tanz stecken oft mehrere Stile mit eigenem Timing, eigener Musik und eigenem Gefühl. Hier findest du, was die Bezeichnungen in den Kursen bedeuten – damit du den Kurs wählst, der wirklich zu dir passt.

Salsa

Salsa gibt es in mehreren Grundschulen, die sich in Timing, Bewegungsmuster und Musik unterscheiden. Die wichtigste Frage für Anfänger: linear (On1 / On2) oder kreisförmig (Cubana)? Figuren lassen sich später übertragen, das Grundgefühl prägt dich aber.

CubanaCuban / CasinoKreisförmig, das Paar dreht umeinander – locker, erdig, afro-kubanische Wurzeln.

Salsa Cubana (Casino) wird nicht auf einer Linie, sondern in Kreisbewegungen getanzt: Die Partner umkreisen sich, Figuren wie „Dile que no" und „Enchufla" prägen den Stil. Weniger Show, mehr Körpergefühl und Musikalität, oft zu Timba. Die Grundlage für Rueda de Casino.

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On1LA / On1Linear, Break auf Schlag 1 – der weltweit häufigste Einstieg.

Salsa LA-Style wird auf einer gedachten Linie („Slot") getanzt, der Grundschritt beginnt mit dem Vorwärtsschritt auf Schlag 1. Show-orientiert, mit vielen Drehungen und Figuren – in Europa meist der Standard-Anfängerkurs. Wer On1 lernt, kommt auf den meisten Partys sofort zurecht.

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On2NY / On2Linear, Break auf Schlag 2 – weicher, näher an der Percussion.

Wie LA-Style linear, aber der Richtungswechsel („Break") liegt auf Schlag 2 (Eddie-Torres-Style, auch Mambo genannt). Fühlt sich fließender und „mehr in der Musik" an, weil die Bewegung der Conga folgt. Beliebt bei erfahreneren Tänzern; wer von On1 kommt, lernt vor allem das Timing um – die Figuren sind fast identisch.

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RuedaRueda de CasinoSalsa Cubana im Kreis mit mehreren Paaren – ein „Caller" ruft die Figuren.

Mehrere Paare tanzen gleichzeitig im Kreis, ein Ansager ruft Figuren, die alle synchron ausführen – oft mit Partnerwechsel. Setzt die Casino-Grundschritte voraus, macht in der Gruppe riesigen Spaß und schult Timing, Führung und Reaktion.

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ColombianaSalsa ColombianaSchnelle Fußarbeit, kleine Schritte, wenig Armfiguren – der Stil aus Cali.

Der Stil aus Cali, der „Welthauptstadt der Salsa": extrem schnelle, präzise Beinarbeit und Kicks, der Oberkörper bleibt ruhig, Drehungen und Armfiguren spielen eine kleinere Rolle. Wird meist zu schnellerer Musik getanzt und ist konditionell fordernd.

Bachata

Bachata kommt aus der Dominikanischen Republik. Heute begegnen dir mehrere Richtungen, die sich in Fußarbeit, Körperkontakt und Musik deutlich unterscheiden – vom verspielten Original über die enge, wellenförmige Sensual bis zu den modernen Fusion-Schulen.

DominicanaBachata DominicanaDas Original: schnelle Fußarbeit, viel Hüfte, wenig Figuren – zu klassischer Bachata.

Die traditionelle Form aus der Dominikanischen Republik: verspielte Fußarbeit, Synkopen, Hüftbewegung und Improvisation statt fester Figurenfolgen. Getanzt zu original Bachata mit Gitarre und Bongos. Sehr musikalisch und sozial – ideal, um das echte Bachata-Gefühl zu lernen.

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FusionBachata FusionSensual, Moderna und Urban frei kombiniert – Wellen, Drehfiguren und Footwork in einem Kurs.

Bachata Fusion ist kein eigener Grundschritt, sondern die freie Mischung: sensuale Körperwellen, moderne Drehfiguren, urbane Footwork- und Hip-Hop-Elemente, je nach Lehrer auch Anleihen aus Salsa oder Zouk. Heute der Stil vieler Party-Kurse – wer Sensual oder Moderna kann, findet sich sofort zurecht.

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InfluenceBachata InfluenceModerne Schule auf Sensual-Basis: klare Linien, Musikalität, Einflüsse aus Contemporary und Urban.

Bachata Influence entstand in den 2010ern in der spanischen Bachata-Szene als eigene Schule innerhalb der modernen Bachata: die enge Verbindung und die Wellen der Sensual, kombiniert mit präziser Technik, klaren Linien, Isolationen und Elementen aus Contemporary, Urban und Kizomba. Wird über eigene Ausbildungen und Festivals verbreitet – für Tänzer mit Sensual-Grundlage der natürliche nächste Schritt.

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BachaZoukBachaZoukFusion aus Bachata und Brasilianischem Zouk: Bachata-Basis plus Zouk-Wellen, Kopfbewegungen und Cambrés.

BachaZouk verbindet den Bachata-Grundschritt mit Elementen des Brasilianischen Zouk – fließende Körperwellen, Kopf- und Haarbewegungen, Neigungen (Cambrés) und weiche Übergänge –, getanzt zu langsamen Bachata-Remixen. Setzt sichere Bachata-Grundlagen voraus; Zouk-Erfahrung hilft, ist aber kein Muss. Wird über ein eigenes Level- und Zertifizierungssystem unterrichtet.

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ModernaModerna / UrbanBachata mit Drehfiguren und Elementen aus Salsa, Tango oder Hip-Hop – zwischen Dominicana und Sensual.

Sammelbegriff für die modernen Fusion-Stile: Der Grundschritt wird mit Drehungen, Salsa-Figuren, Tango-Elementen oder urbanen Moves (Urban Bachata) kombiniert. Weniger intim als Sensual, figurenreicher als Dominicana – in vielen Anfängerkursen der Einstieg.

SensualSensualKörperwellen, Isolationen, enge Verbindung – zu langsamen, oft Pop-/R&B-geprägten Remixen.

In Spanien entstanden: Bachata Sensual kombiniert den Grundschritt mit Körperwellen, Isolationen und geführten Oberkörper- und Kopfbewegungen. Viel Nähe und Verbindung, getanzt zu langsameren Remixen und Bachata-Balladen. Heute der weltweit meistunterrichtete Stil.

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Kizomba

Kizomba stammt aus Angola und wird eng umschlungen mit kleinen, gleitenden Schritten getanzt. Die Stile unterscheiden sich vor allem in Musik, Tempo und Linienführung.

ClassicKizomba ClassicDer Ursprung aus Angola: ruhig, eng, kleine gleitende Schritte zu klassischer Kizomba-Musik.

Traditionelle Kizomba, wie sie in Angola getanzt wird: enge Umarmung, entspannter, erdiger Gang, sanfte Hüftbewegungen und viel Musikalität. Getanzt zu klassischer Kizomba-Musik. Die Basis für alle anderen Stile – und der beste Einstieg.

SembaSembaDer fröhliche, schnellere Vorläufer der Kizomba – verspielt, mit Tricks und Humor.

Semba ist der traditionelle angolanische Tanz, aus dem Kizomba hervorging: schneller, offener und verspielter, mit Kicks, Tricks und Sprüngen zu lebhafter Musik. Wer Semba kann, tanzt Kizomba mit deutlich mehr Ausdruck.

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TarraxinhaTarraxinha / TarraxoDie langsame, enge „Hüftsprache" der Kizomba: kaum Schritte, dafür Isolationen und Musikalität.

Tarraxinha (auch Tarraxo oder Tarraxa) stammt aus Angola und wird zu langsamen, basslastigen Beats fast auf der Stelle getanzt: minimale Schritte, dafür präzise Hüft- und Beckenisolationen, die der Leader führt. Sehr eng und intim – wird meist als eigener Kurs neben der Kizomba unterrichtet.

Urban KizUrban KizDie moderne, lineare Version aus Paris – klarere Linien, mehr Figuren, oft zu Remixen und Ghetto Zouk.

In den 2010ern in Paris entstanden: Urban Kiz wird linearer und aufrechter getanzt, mit deutlichen Richtungswechseln, Stops und Figuren, oft zu Remixen und Ghetto-Zouk-Beats. Sieht „schärfer" aus als Classic; Puristen sehen darin einen eigenen Tanz. Beliebt bei jüngeren Tänzern.

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Zouk

Brasilianischer Zouk ist aus der Lambada entstanden und wird zu Zouk-, R&B- und Pop-Remixen getanzt. Charakteristisch sind fließende Bewegungen, Wellen und die Kopf- und Haarbewegungen der Follower.

BrazilianBrazilian ZoukDer Brasilianische Zouk: fließend, mit den typischen Kopf- und Haarbewegungen, zu Zouk-, R&B- und Pop-Remixen.

Aus der Lambada entstanden und heute der international meistgetanzte Zouk: weiche, kreisende Bewegungen, Wellen, Neigungen und die charakteristischen Kopfbewegungen der Follower, in enger wie offener Haltung. Regionale Schulen (Rio-Style, Neo-Zouk, Zouk Fusion) unterscheiden sich in Musik und Ausdruck; Kurse beginnen mit Grundschritt, Rahmen und sicherer Kopfführung.

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CaribbeanCaribbean / UrbanKaribischer Zouk (Antillen): eng umschlungen, einfacher Grundschritt, entspannt – die Wurzel der Zouk-Musik.

Der Zouk aus Guadeloupe und Martinique wird eng und einfach getanzt – eher ein gemeinsames Wiegen zur Musik als ein Figurentanz. Aus seiner Musik entstand später auch die Kizomba. „Urban Zouk" bezeichnet dagegen die moderne brasilianische Variante zu Hip-Hop- und R&B-Remixen.

LambadaLambadaDer schnelle, drehfreudige Ursprung des Brasilianischen Zouk – viel Hüfte und Schwung.

Lambada kam Ende der 80er aus Porto Seguro: schnelle, hüftbetonte Bewegung, viele Drehungen und der typische Schwung. Daraus entwickelte sich der Brasilianische Zouk – langsamer, fließender, mit Kopfbewegungen. Zouk-Lambada-Kurse unterrichten meist beides.

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Tango

Tango Argentino ist Improvisation im Paar, keine Choreografie. Die Stile unterscheiden sich vor allem in der Umarmung und darin, wie viel Platz sie brauchen.

ArgentinoArgentinischer TangoDer improvisierte Paartanz aus Buenos Aires – Umarmung, Gehen, Musik.

Der Oberbegriff für den in Buenos Aires entstandenen Tanz: Führen und Folgen in der Umarmung, improvisiert zur Musik, getanzt auf Milongas. Nicht zu verwechseln mit dem standardisierten Turniertango. Kurse starten meist mit Gehen, Umarmung und Grundelementen wie Ocho und Cruce.

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SalónTango SalonDie elegante Milonga-Form: geschlossene Umarmung, Gehen in Tanzrichtung, wenig Platzbedarf.

Tango de Salón ist der Stil der Milongas: engere bis geschlossene Umarmung, elegantes Gehen im Fluss der Tanzfläche, kompakte und rücksichtsvolle Figuren. Der Gegenpol ist Tango Escenario (Bühnentango) mit großen, choreografierten Bewegungen.

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